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Diabetes und Sport

Die Steigerung körperlicher Aktivität ist von Anfang an eine wesentliche Säule der Therapie des Typ-2-Diabetes. Bewegung erhöht das Wohlbefinden, verbessert die Stoffwechselsituation und hilft evtl. bestehendes Übergewicht zu reduzieren.

Wie Bewegung den Stoffwechsel beeinflusst...

Durch körperliche Bewegung wird mehr Glukose in die Muskulatur geschleust, dadurch sinkt der Blutzucker. Nach rund 30 Minuten Belastung verbrennt die Muskulatur zusätzlich auch Fett. Auf diesem Wege wird das Lipidprofil deutlich positiv beeinflusst. Gleichzeitig steigt die Insulinempfindlichkeit der Muskelzellen. Dadurch führt die gleiche Insulinmenge zu einer stärkeren Blutzuckersenkung oder dieselbe Menge Zucker in der Nahrung zu einem geringeren Anstieg des Blutzuckers. Auch die Stoffwechselleistung der Muskulatur, also die Verbrennung von Glukose und Fetten bei körperlicher Belastung, nimmt zu. So wird letztlich auch eine Gewichtsreduktion erleichtert.

 

Darüber hinaus wirkt Bewegung sogar vorbeugend. Studien zeigen, dass regelmäßige Bewegung bei Patienten mit einer pathologischen Glukosetoleranz – einem Vorstadium des Typ-2-Diabetes – in bis zu 60 Prozent der Fälle den Ausbruch der Krankheit verhindern kann! Neben einer Verbesserung der Stoffwechselsituation sinkt zudem auch das Risiko für Folgeerkrankungen.

Tipps

Bild zeigt einen älteren Herrn beim Insulinspritzen

Die positive Wirkung von Sport und Bewegung hält bis zu 72 Stunden nach dem Training an. Um dauerhaft zu profitieren, sollten Sie deshalb mindestens dreimal pro Woche trainieren. Fangen Sie langsam an und wählen Sie die Art der Bewegung, die Ihnen am meisten Spaß macht! Bei Typ-1-Diabetikes verspricht Sport zwar keinen unmittelbaren therapeutischen Nutzen, regelmäßige Bewegung verbessert aber auch die körperliche Leistungsfähigkeit, das Lipidprofil, das Selbstbewusstsein und damit auch die Lebensqualität.

Machen Sie Ihre Übungen möglichst jeden Tag zur selben Zeit. Eine gleichbleibende Dauer und ein kontinuierlich gleicher Grad der Anstrengung helfen Ihrem Körper, sich darauf einzustellen. Machen Sie keine Übungen, bevor Sie zu Bett gehen, um nächtliche Hypoglykämien zu vermeiden. Spritzen Sie Ihr Insulin nicht in die Nähe von Muskeln, die Sie bei den Übungen besonders betätigen. Sonst kann es sein, dass Ihr Insulin zu schnell seine Wirkung entfaltet, wodurch eine Unterzuckerung ausgelöst werden kann.

Essen Sie 1 - 2 Stunden vorher 1 - 2 BE und führen Sie immer 2 - 3 Traubenzuckerplättchen um einer Hypoglykämie vorzubeugen bzw. zu beheben. Tragen Sie einen Diabetiker Notfallausweis bei sich, wenn Sie sich sportlich betätigen. Idealerweise trainieren Sie zusammen mit einem Partner.

Sprechen Sie auf jeden Fall mit Ihrem Arzt, wenn Sie intensiver trainieren möchten.

Geeignete Sportarten und Beratung

Bild zeigt Kind, das sich in den Oberschenkel spritzt

Jugendliche mit Typ-1-Diabetes können grundsätzlich jeden Sport ausüben. Bei Typ-2-Diabetes sind vor allem dynamische Sportarten empfehlenswert wie Schwimmen, Laufen, Skilanglauf, Walken, Nordic-Walken, Golfen, Tanzen oder Wandern. Von Kraftsportarten ist jedoch grundsätzlich abzuraten, vor allem wenn zusätzlich ein hoher Blutdruck vorliegt. Generell sollten Diabetiker, die sich regelmäßig körperlich bewegen wollen, einen erfahrenen Diabetologen aufsuchen, der mögliche Risikofaktoren ausschließt. Notwendig ist außerdem eine ausführliche Schulung – vor allem für Diabetiker, die Insulin spritzen oder Blutzucker senkende Tabletten einnehmen. Denn um eine Hyper- oder Hypoglykämie zu verhindern, müssen sie ihre Blutzuckerwerte auf die aktuellen Belastungen einstellen – entweder indem sie ausreichend Zusatz-Kohlenhydrate zuführen oder die Insulin-Dosis entsprechend reduzieren.

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