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Diabetes-Therapie gestern und heute

Die Basis für eine Therapie wird gelegt

Paul Langerhans (1847-1888)
Paul Langerhans (1847-1888)

Die Grundlage für eine erfolgreiche Diabetes-Therapie wurde bereits im vorletzten Jahrhundert geschaffen. Zu den ersten Pionieren zählten Paul Langerhans, Joseph von Mering und Oskar Minkowski. Langerhans beschrieb im Jahre 1869 in seiner Dissertation als Erster die Zellen, die Wissenschaftler später als den Ort der menschlichen Insulinproduktion identifizierten. Den Entstehungsort von Diabetes fanden schließlich zu Beginn des letzten Jahrhunderts Mering und Minkowski. Sie entfernten einem Hund die Bauchspeicheldrüse, fanden aber zunächst keinerlei Indizien für eine Erkrankung. Stutzig machte beide, dass der Hund unverhältnismäßig große Urinmengen absonderte. Ihre Experimentierfreudigkeit brachte sie auf die richtige Spur: Sie analysierten den Urin und entdeckten einen hohen Zuckergehalt. Damit war der Beweis erbracht, dass Diabetes mit der Funktion der Bauchspeicheldrüse zusammenhängt.

Forscher in einem Labor des 19. Jahrhundert (schwarz-weiß Bild)

Frederick Grant Banting, der erste Diabetes-Therapeut

Frederik Grant Banting, rechts (1891-1941), und Charles Best (1899-1978)
Frederik Grant Banting, rechts (1891-1941), und Charles Best (1899-1978)

Einen Meilenstein setzten im Jahre 1921 die beiden kanadischen Forscher Frederick Grant Banting und sein Schüler Charles Best. Sie extrahierten Bauchspeicheldrüsen von Hunden und Kälbern mit Alkohol und spritzten den konzentrierten Extrakt einem zuckerkranken Hund. Dessen Blutzuckerspiegel senkte sich daraufhin. Die Sensation war perfekt: Die beiden Wissenschaftler hielten das erste Präparat gegen Diabetes in Händen. Der 14-jährige Leonard Thompson war ein Jahr später der erste Mensch, der erfolgreich mit dem Drüsenextrakt behandelt wurde. Banting erhielt im Jahre 1923 den Nobelpreis für Medizin.

Hoechst führt Insulin als Medikament ein

Im Jahr von Bantings bahnbrechender Entdeckung wurde auch in Deutschland die Therapieforschung intensiviert. Wissenschaftler der Farbwerke Hoechst, eines Vorgängerunternehmens von sanofi-aventis, versuchten aus Bauchspeicheldrüsen von Kälbern und Rindern ein blutzuckersenkendes Extrakt zu isolieren. Hoechst schloss Verträge mit den Schlachthöfen in Frankfurt und Karlsruhe. Am 31. Oktober 1923 gab Hoechst in der Pharmazeutischen Zeitung die Einführung von "Insulin Hoechst" als Medikament für den Handel bekannt. Knapp einen Monat später erschien die erste Anzeige in der "Münchner Medizinischen Wochenschrift".

Die Insulinqualität steigt ständig

Bild zeigt Hoechster Plakat zur Bewerbung des Pankreas-Insel-Extrakt "Insulin"

In den vergangenen 80 Jahren entwickelten sanofi-aventis und seine Vorgängerunternehmen ständig neue Insulinpräparate und verbesserten so die Lebensqualität von Menschen mit Diabetes. Bereits 1937 reinigten Mitarbeiter das Insulin über ein spezielles Kristallisationsverfahren; Fremdbestandteile konnten auf diese Weise noch wirkungsvoller entfernt und Unverträglichkeitsreaktionen bei den Patienten vermindert werden. Im Jahre 1939 stellte das Unternehmen erstmals ein Insulin ohne Fremdeiweißzusatz her, das gut aufgenommen wurde und länger wirkte. Die Verträglichkeit konnte weiter gesteigert werden, als das Unternehmen 1967 die gesamte Insulinpalette vom Rinder- auf das besser verträgliche Schweineinsulin umstellte ("Monospezies-Insulin").

Bild zeigt Forscher in einer biotechnologischen Insulinanlage

In der Folgezeit erarbeiteten die Mitarbeiter Verfahren, mit denen die Insulinqualität weiter zunahm. So bot man 1972 chromatographisch hochgereinigte Insulinpräparate an und seit Anfang 1983 semisynthetisch aus Schweineinsulin hergestelltes Humaninsulin. Seit 1998 beschreitet sanofi-aventis völlig neue Wege mit seiner biotechnologischen Insulinanlage.

Intelligente Pumpen helfen Menschen mit Diabetes, den Zuckerspiegel zu regulieren

Parallel zur Weiterentwicklung des Insulins liefen Versuche, durch regulierte Insulin gaben den Insulinmangel bei Menschen mit Typ-1-Diabetes nahezu physiologisch auszugleichen. An Katheter angeschlossene Insulinpumpen sollen über den ganzen Tag den Insulinspiegel aufrechterhalten. Zudem kann die Insulingabe zu den Mahlzeiten besser reguliert werden. Im Jahre 1984 entwickelte das sanofi-aventis-Vorgängerunternehmen Hoechst in Zusammenarbeit mit der Firma Disetronic die weltweit kleinste Insulinpumpe, ein wasserdichtes Gerät mit einem Umfang reichen Sicherheitssystem für den Patienten. Im Mai 1996 brachte das Unternehmen eine Pumpe auf den Markt, mit deren Hilfe Zuckerkranke Insulingaben noch feiner eingestellt werden können. Diese Neuheit ist vor allem für Sportler und Frauen während der Menstruation aufgrund des kurzfristig veränderten Insulinbedarfs geeignet.

Der Pen ersetzt die Spritze

Bild zeigt älteren Herren beim Insulinspritzen

Eine weitere Therapiehilfe brachten ab Mitte der 80er Jahre so genannte Pens. Diese füllfederhalterähnlichen Geräte ersetzen die Spritze. Der große Vorteil: Pens sind leichter handhabbar und sicherer im Gebrauch. Die Gefahr einer Überdosierung besteht nicht, da die zu verabreichende Menge exakt eingestellt werden kann. Gerade älteren Menschen erleichtert der Pen die Insulintherapie.

Sylfonylharnstoffe

Bild zeigt drei Tabletten

Dem Insulin stellt sanofi-aventis Medikamente auf Tablettenbasis zur Seite; so genannte orale Antidiabetika. Sie ergänzen die breite Palette an Therapeutika und sind für Menschen mit Typ-2-Diabetes gedacht, die mit diätetischen Maßnahmen und körperlichen Aktivitäten allein ihren Blutzuckerspiegel nicht mehr ausreichend regulieren können. Diese Sulfonylharnstoffe fördern die Sekretion von Insulin und setzen die Insulinresistenz der Zellen herab.

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