Header Patientenbereich Diabetologieportal
Symptome und Erscheinungsbilder

Im Wesentlichen unterscheidet man 2 Formen des Diabetes mellitus:

  Typ-1-Diabetes Typ-2-Diabetes
Alter   > 40. Lebensjahr
Symptome Rasch und dramatisch, in 5-15% der Fälle Ketoazidose als Erstmanifestation Asymptomatisch bis schleichend
Erstsymptome Erhöhter Harndrang und Durst,
Leistungsknick, Gewichtsverlust, diabetisches Koma
Übergewicht (90%),
diabetische Spätkomplikationen
hyperosmolares Koma

 

An einen Diabetes mellitus denkt man bei einer Reihe von unspezifischen Symptomen:
(Die Symptome sind annähernd in fallender Häufigkeit angeordnet)

  • Durst, Polydipsie;
  • häufiges Wasserlassen, Polyurie, Dehydration;
  • Wachstumsstörung, Gewichtsabnahme, Bettnässen und Schulprobleme bei Kindern mit Typ-1-Diabetes;
  • körperliche und mentale Leistungsminderung mit Abgeschlagenheit, Druckgefühl im Kopf;
  • psychische Probleme;
  • Gewichtsverlust beim Typ-1-Diabetes;
  • Sehverschlechterung bei osmotisch aufquellendem Linsenapparat;
  • Juckreiz ohne Hautveränderungen;
  • Appetitlosigkeit, aber auch exzessives Hungergefühl;
  • Potenzstörungen, Libidoverlust;
  • Muskelkrämpfe;
  • Gefühlsstörungen, Nervenerkrankungen;
  • Übelkeit und Bauchschmerzen bis zum akuten Abdomen;
  • Verlangsamung bis zur Eintrübung;
  • Harnwegsinfekte, Hauterkrankungen;
  • Menstruationsstörungen, verminderte Fruchtbarkeit bei Frauen.

Diese Tabelle beschreibt die Symptome des entgleisten Blutzuckers und des Insulinmangels und bezieht sich deshalb vorrangig auf Typ-1-Diabetes. Diese Symptome treten natürlich auch beim fortgeschrittenen Typ-2-Diabetes auf, falls überhöhte Blutzuckerspiegel und ein Insulinmangel vorliegen. Der Typ-2-Diabetes verläuft im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes zu Beginn seiner Erkrankung jedoch meist asymptomatisch, und die Entwicklung seiner Krankheit ist schleichend. Oft ist es eine Zufallsdiagnose in der Klinik oder bei einer Routineblutabnahme.

Besonders erwähnt sei noch ein ständig wechselnder Visus, der ein Hinweis für einen Diabetes ist. Der Linsenapparat verändert sich mit den wechselnden osmotischen Verhältnissen.

Psychische Veränderungen sollten ebenfalls an einen Diabetes denken lassen. Beispielsweise kann eine aggressive Verhaltensweise zu Mobbing und zum Arbeitsplatzverlust führen. Mit der Insulinsubstitution bessern sich nicht nur das körperliche, sondern auch das psychische Wohlbefinden und der Intelligenzquotient.

Die Erstmanifestation eine Diabetes mellitus kann auch eine der diabetischen Bewusstseinseintrübungen sein. Eine solche Stoffwechselentgleisung ist das Diabetische Koma, das bei Kindern in ca. 5% der Fälle als Erstmanifestation, und bei Erwachsenen bei weniger als 1% der Erstmanifestationen des Typ-1-Diabetes zu beobachten ist. Schwächezustände mit ketoazidotischen Entgleisungen sind häufiger, etwa bei 20% der Menschen mit Typ-1-Diabetes, das Erstsymptom.

X